Kampf dem Innumeratentum – Warum schlecht mit Zahlen umgehen zu können an sich ebenso problematisch ist wie Analphabetismus

Analphabetismus gilt als Makel. Wer dagegen nicht mit Zahlen umgehen kann, darf auf Milde hoffen. Die Wissenslücken sind gewaltig. Von Walter Krämer

Quer durch Deutschland geht eine Mauer. Sie ist nicht neu.  Sie geht auch quer durch Frankreich, England oder durch die USA. Es ist die Mauer, die Menschen voneinander trennt, die bei der Erwähnung von Logarithmen oder Wurzeln Schweißausbrüche bekommen, und die nicht. Oder wie es der Mathematiker John Allen Paulos einmal formuliert: die Innummeraten und die Menschen, die mit Zahlen und Zahlenverhältnissen umzugehen wissen.

Hier sind zwei Dinge auseinanderzuhalten. Da ist einmal die Notation: Was ist eine Wurzel? Was ist ein Logarithmus? Das kann man lernen, so wie man Vokabeln lernt. Und wer das dann gelernt hat, ist keinen IQ-Punkt intelligenter als jemand, der hier passen muss.

Das Problem ist ein ganz anderes. Nämlich dass immer noch viele Menschen hierzulande und andernorts verkrampfen, wenn man sie fragt: welche Zahl, mit sich selbst malgenommen, ergibt die 4? Jeder Grundschüler in der vierten Klasse weiß: zwei mal zwei ist vier. Also ist die Wurzel aus 4 die 2. Oder wie oft muss man die zehn mit sich selbst malnehmen, damit 1000 herauskommt? Dreimal. Also ist der (Zehner)logarithmus von 1000 die 3. Aber viele Menschen, besonders in Deutschland, scheinen sich gegen dergleichen Einsichten geradezu zu wehren. Anders als Analphabetismus gilt Innumeratentum hier kaum als Schande, manche Zeitgenossen sind sogar noch stolz darauf.

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