Melancholie

Eigentlich könnte ich dem Singledasein was positives abgewinnen…

Eigentlich…

So ein bescheuertes Wort.

„Eigentlich liebe ich dich…“
„Eigentlich bin ich nicht schwanger!“
„Eigentlich müsste er tot sein!“

tbc.

Eigentlich lässt sich wie viele Worte in der deutschen Sprache ersatzlos streichen. MAN BRAUCHT ES eigentlich NICHT. Ohne das darauf folgende “Aber…” ist es ohnehin wertlos. Es soll das merkwürdige des Konjungtiv nur noch etwas verstärken. Absoluter Müll. Streicht das mal aus eurem Wortschatz, und es wird euch auch nicht fehlen, mal ganz ehrlich.

Für die ersten 10 Einsendungen eines Sachverhalts oder eines Satzes, in dem zwingend das “eigentlich” vorkommen muss, weil ohne der gleiche Sinn nicht entstehen kann, verschenke ich 1€.
„Eigentlich“ ist genauso überflüssig wie Rolltreppen. Braucht auch überhaupt kein Mensch. Treppen alleine würden vollauf genügen – jetzt, im 21. Jahrhundert, in dem der Mensch schon seit Ewigkeiten nicht mehr auf die Jagd geht um sein Futter zu erlegen.

Zum Thema:
Ich hatte nie eine Sturm-und-Drang-Phase in meinem Leben. Ich vermisse sie aber auch nicht. Früher war ich da anderer Meinung, und hatte desöfteren das Gefühl etwas zu verpassen. Innerhalb der letzten 2 Jahre hat sich mein Standpunkt dazu vollkommen verändert. Ich bin einfach nicht der Typ dazu. Ich kann sowas glaube ich garnicht. Und irgendwie spüre ich kein Bedürfnis dazu. Man soll ja niemals nie sagen aber eigentlich bin ich über dieses Gefühl hinaus. Ich sollte mir darüber eigentlich auch keine Gedanken machen – tus aber trotzdem.
Erstaunlich. Das nennt man dann wohl Erwachsen werden. Man hat sich oft darüber gedanken gemacht, was das Erwachsen werden überhaupt ausmacht. An solchen Kleinigkeiten merkt man es dann ganz deutlich. Man bekommt seine Gefühle mehr oder weniger gut unter Kontrolle, entscheidet überlegter, wartet ab bevor man antwortet, ob sich da noch die Gefühle etwas beruhigen sollten und noch vieles mehr. Besonnenheit. Das könnte passen.

Jetzt bin ich mal wieder single, zugegeben, gezwungenermaßen und jetzt die Frage, ob ich das überhaupt genießen möchte. Ach Leute, immer das zu wollen was man nicht hat, kennt man doch nun wirklich gut. Aber in den letzten 2 Jahren wollte ich auch nicht Single sein. Soll ichs jetzt auf einmal wollen nur weil es so ist? Nein. Ich will nicht das was ich eben nicht habe. Ich kann mich auch gut mit was zufrieden geben, wenn ich hab was ich möchte. Sehnsucht nach Veränderung? Kindheitsgedanken. Veränderung kann manchmal schon gut sein aber lenken kann sie mich nicht auch wenn sie mich immer beeinflussen wird. Die Sehnsucht nach geliebten Personen kann mich sehr wohl lenken. Und der Einfluss den geliebte Personen auf einen ausüben ist ja auch nicht gerade gering.

Ein gefährliches Spiel…
Es könnt’ alles so einfach sein…

Lyrics des Tages:

Must be your skin that I’m sinkin in
Must be for real cause now I can feel
and I didn’t mind it’s not my kind
not my time to wonder why

everything’s gone white
and everything’s grey
now your here now you away

I don’t want this
remember that
I’ll never forget where your at

don’t let the days go by
glycerine,
glycerine

I’m never alone I’m alone all the time
are you at one
or do you lie
we live in a wheel where everyone steals
but when we rise it’s like strawberry fields
If I treated you bad
you bruise my face
couldn’t love you more
you got a beautiful taste

don’t let the days go by
could have been easier on you
I coudn’t change though I wanted to

should have been easier by three

our old friend fear and you and me


glycerine,
glycerine
don’t let the days go by

glycerine

don’t let the days go by

glycerine, glycerine
glycerine, glycerine

Bad moon white again
Bad moon white again

As she falls around me

I needed you more when we wanted us less
I could not kiss just regress
it might just be clear simple and plain
that’s just fine that’s just one of my names

don’t let the days go by
could’ve been easier on you

glycerine,
glycerine
glycerine, glycerine

Engel

Ich weiss nicht ob es einen Himmel gibt.
Aber ich glaube an Engel.

Nein, nicht diese Viecher, die man nicht sieht, mit Flügeln und so nem Epischen Schnickschnack. Nein, die Engel von denen ich rede, sind Menschen, unter uns. Sie kommen als Menschen auf die Welt und bis zu einem gewissen Zeitpunkt sind sie stets auf der Schwelle zwischen Gut und Böse.

Ich habe solche unentschiedene Engel gesehen.
Und ich habe beide Seiten von ihnen gesehen.

Sie tragen die Veranlagung zu beiden Seiten in sich. Und irgendwann in deren Leben werden sie zum letzten Mal die Seiten wechseln. Manchmal geht es schnell und manchmal dauert es sehr lange.
Böse Engel reissen dich in den Abgrund. Der Schein dieser Engel ist sehr trügerisch, so dass man das Böse in ihnen nicht erkennen kann. Passt man nicht auf, so wird man in den sicheren Tod gerissen.
Gute Engel haben sich gegen den “Schein” entschieden. Sie offenbaren sich als das was sie sind. Das bedeutet keinesfalls perfekt aber zumindest täuschen sie dich nicht.

Ob es einen Himmel gibt, erkenne ich noch früh genug. Bis dahin werde ich weiter nach meinem persönlichen Engel suchen müssen. Ich hatte ihn schon gefunden, doch habe ich mich blenden lassen. Alle Vorsicht der Welt hätte mich von dem leuchtenden Schein und Wesen nicht abhalten können. Das Gute in der Welt ist auf der Suche nach Engeln, die sich noch nicht für eine Seite entschieden haben. Doch verstecken sich diese Engel oft davor. Die Endgültigkeit ihrer Entscheidung macht ihnen Angst. Angst davor, ihr Dasein als Engel aufgeben zu müssen, wenn sie den Schein ablegen. Ihnen ist die grenzenlose Freiheit und Güte des anderen, guten Engelsdaseins vollkommen unbekannt. Und Unbekanntes macht nunmal Angst.

So gibt es also Menschen und Engel. Die Erfahrung einem Engel zu begegnen ist die intensivste, die man sich nur vorstellen kann. In welche Richtung sich das alles danach aber bewegt, liegt einzig und allein am Engel selbst.

Woran ihr sie erkennt? Deine Engel sind Andere als meine. Es sind Menschen, wie Du und Ich. Es steckt in jedem von uns, jeder Person der wir tagtäglich begegnen. Geht trotz aller Befürchtungen mit offenem Herzen durch die Welt, dann werdet ihr sie finden.

Dafür wünsche ich euch alles Glück der Welt.

Zitat des Tages:
[Eines entfernt, Grund: Unpassend]

I’m not scared, but this is happening

I’m not afraid, but this is real
It all comes at once
From every single direction
This time I’m not sleeping at all
How could this be real
I’ve failed you

I was lying when I said
I was looking north
I was too scared to show what I am
Bear with me, bear with me this is all I have left
This might be more than a simple conversation, conversation

It’s been dancing around in my head
For quite some time
Just the thought
Of cleaning up myself

I was lying when I said
I was looking north
I was too scared to show what I am
Bear with me, bear with me this is all I have left
This might be more than a simple conversation

I’m not seeing, I’m not seeing at all

I stare at the wall
Watching my time float away
It’s all been a blur
And nothing will change

I stare at the wall
Watching my time float away
It’s all been a blur
And nothing will change

I was lying, I was lying
I was lying, I was lying
I was lying, I was lying
This is defeat

*Schmerz*

Manchmal – So hätte dieser Post auch wieder heissen könen.

Manchmal frage ich mich, ob überhaupt jemand besser weiß, als ich, was Worte für einen Schaden anrichten können. Manchmal prallen sie einfach von einem ab. Agressive Worte zum Beispiel. Aber manchmal sind es auch einfach unbedachte Kleinigkeiten die einem so richtig an die Nieren gehen. Manchmal sagt man Dinge oder bekommt Dinge zu hören; Dinge die einfach aus einer Stimmung geboren sind, die man nicht für möglich gehalten hätte, je sie zu hören oder zu sagen – und immer die Fragen: Woher kommt so etwas? Wie konnte es so weit kommen? War ich das? Warst du das? Man glaubt sich oder jemand anderen zu kennen, und doch; man kann und darf sich seiner Sache nie sicher sein…

Ich hasse mich manchmal.

Ich will mich nicht dazu hinreißen lassen Dinge zu tun oder zu sagen, hinter denen ich nicht voll und ganz stehen kann, doch muss man sich dafür im Griff haben. Und was passiert in einer Welt in der man sich immer im Griff hat?
Gefühle werden unterdrückt, Equilibrium.
Wenn ich nicht wütend sein darf, nicht enttäuscht, nicht aus der Haut fahren, dann kann ich wohl auch nicht lieben, denke ich.
Was soll das ganze Gerede davon, ein besserer Mensch werden zu wollen, wenn ich dafür nicht mal mehr ganz menschliche Fehler machen darf ohne mich selbst dafür zu verteufeln? Lebe mit deinen Fehlern muss es wohl heissen.

Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.
Jeder steht sich selbst am nächsten.
Wie man sich bettet, so liegt man.

Und wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

Ach Leute, das kommt doch auch nicht alles von irgendwo her, und wenn sich jetzt jemand über olle Kamellen aufregen will, bitte. Aber es ist nunmal wahr. Und wenn die Liebe zerbricht gibt es nicht mehr viel was wirklich von Bedeutung scheint. Wer das noch nicht kennt, gratuliere. Alle anderen werden es mir nachempfinden können.
Ich war in der Hölle. Ja, wirklich.
Wer mich kennt wusste das schon vorher. Aber die ollen Binsenweisheiten bewahrheiten sich in Augenblicken wie diesen. Warum ich das schreibe?
Ich schreibe doch gerne Geschichten, aber heute?
Keine Geschichte kann mehr ausdrücken als das Leben an sich. Geschichten sind Retorte. Mit Geschichten kann ich nur hoffen, Gedanken und Gefühle auszulösen, die andere vielleicht kennen. Mein Leben hatte schon so vieles an Überraschungen und Erfahrungen und am Ende war es so, jemandem davon zu erzählen war das schwerste.
Nicht weil es niemand verstand, sondern vielmehr weil man nahezu unfähig ist die eigenen Gefühle jemand anders spüren zu lassen.
Jeder fühlt in diesem Moment anders.

Manchmal
denke ich, der Schmerz läßt nach wenn ich darüber rede.
Manchmal
hoffe ich, verstanden zu werden.
Manchmal
wünsche ich mir so sehr geliebt zu werden,
dass ich alles dafür in Kauf nehme.
Machmal
kommt mir in den Kopf, dass das alles nicht gut für mich ist.
Manchmal
will ich den Schmerz spüren, damit es sich “real” anfühlt.
Manchmal
glaube ich ohne diesen Schmerz ist es nicht real.
Manchmal
will ich die “guten” Zeiten einfach nur genießen.
Manchmal
will ich Zeiten gar nicht erst erleben.
Manchmal
will ich allein sein, obwohl ich das gar nicht möchte.
Manchmal
verstelle ich mich, auch wenn ich mich preisgeben möchte.
Manchmal
habe ich einfach nur Angst davor, was denn noch alles kommen möge.
Manchmal
glaube ich verstanden zu werden.
Manchmal
glaube ich zu verstehen.
Manchmal
glaube ich an die Liebe, weil sie das Einzige scheint, das dem Leben [vielleicht] Sinn verschafft.
Und manchmal
glaube ich nur noch an den Tod, weil er, [mit Sicherheit,] das Ende von allem bedeutet.
Manchmal, manchmal.

Und wie beende ich jetzt diesen Post? Ich kann es nicht sagen. Wie ich mich fühle ist wie eine Lavalampe. Sieht nie gleich aus, wenn ich hineinschaue. Und jeder Moment ist für sich betrachtet fast langewilig, aber schön. Alles fließt. So auch die Gefühle. Angst, Sehnsucht, Liebe, Trost, Erinnerungen, Wut, Schmerz, Leere, Hoffnung, Zuversicht, Trotz, Überspielen, und wieder von Vorne. Aber Reue empfinde ich immer noch nicht. Ich habe mir auch nichts vorzuwerfen. Ich bin weiter gegangen, als man das normalerweise erwarten könnte. Trotzdem gibt es immer wieder die zweifelnde Frage: War das auch wirklich genug? Erst die Zukunft wird mir da Recht geben und das Zweifeln beenden.

Zum Schluss muss noch das Zitat des Tages her:

Du kannst glauben, beten oder hoffen,
irgendwann ist jeder Arsch offen

du hattest recht die Welt ist schlecht die Welt ist schlecht
die Welt ist schlecht die Welt ist schlecht jetzt echt?

Ey ich hab´s die ganze Zeit probiert
und kann nicht sagen, dass es klappt
habe lang und breit studiert
viel gemacht und nichts geschafft

Warum weiß ich was ich suche erst wenn ich´s gefunden hab?
Nie geht was zu Ende keiner sagt dir wenn was sucked!
Warum weiß denn niemand vorher was am Ende stimmt?
Warum wend ich mir nur dem zu was mir die Ängste nimmt?

Warum bin ich genau das was ich versuche nicht zu sein?
Warum ist die größte Angst man sei allein?
[…]

[Die Fantastischen Vier]

Reue…

Ich bereue nichts.

Hört sich nett an, oder? Glück gehabt mit den getroffenen Entscheidungen? Nein, so würde ich das nicht sagen. Eher Einstellungssache. Es gibt viele Entscheidungen in meinem Leben die sich hinterher als nicht die Besten herausgestellt haben. Na und? Zu jedem Zeitpunkt habe ich versucht die beste Alternative abzuwägen. Darum brauch man seine Entscheidung auch nicht zu bereuen. Es gibt Entscheidungen, bei denen es mir Leid tut, sie getroffen zu haben. Diese würde ich dann auch nicht mehr so treffen, weil ich erst hinterher klüger war. Zum Glück muss ich das auch nicht mehr.
Blah, Blah.

Reue hingegen, ist dann nötig, wenn man wider besserem Wissen und Gewissen gehandelt hat. Glücklicherweise kam das bei mir sehr selten vor. Um sich also Reue zu sparen ist es mal wieder besser, dümmer zu sein, als leichtfertig. Mein Leben würde ich demnach nicht mehr genauso leben wie es jetzt gelaufen ist, denn jetzt bin ich ja schlauer. Aber für Reue fehlt einfach die Zeit. Die nächsten Entscheidungen stehen schon wieder an. Also, nicht die Zeit vergeuden – beim nächsten Mal einfach besser machen und gut.

Manchmal…

…wäre ich gern einer von denen (s. voriger Post). Was muss ich tun um meine Rote Pille™ wieder auszukotzen? Ach ja, es gibt kein zurück.
Verdammt.

Aber jetzt ganz vor vorne.

Selig die Kinder, (und die Dummen) denn sie wissen nicht was sie tun.
Oh, wie wahr. Das gilt nicht nur für gesellschaftliche Probleme.

Je mehr man z.B. über sich und die eigenen Schwächen weiß, desto mehr wird man davon berührt. Beispiel gefällig?
Ein Arschloch, das nicht weiss, das es ein Arschloch ist, wird gelassener durchs Leben gehen als eines, das sich der Arschlochrolle voll bewusst ist.
Vorausgesetzt natürlich, dass es einem nicht gerade Spaß bereitet, diese Rolle zu tragen. Ich würde mich jetzt nicht zwingend als Arschloch bezeichnen*, jedoch ist diese Theorie auf alle eigenen unerwünschten Eigenschaften anwendbar. Dummerweise bemerkt man, wenn man in sich hineinschaut, unwahrscheinlich viele davon. Je intensiver man sich also mit sich selbst und damit auch dem “bessern” der einen Persönlichkeit befasst, desto mehr unangenehme Eigenschaften entdeckt man an sich.
Die Frage des Tages: Wäre man jetzt nun glücklicher im Leben, wenn man sich der Aufgabe, ein besserer zu werden, niemals gestellt hätte?
Die Antwort: eine eindeutige 42™.
Mit Bestimmtheit läßt sich nur sagen: Wenn man irgendwann im Leben die Rote Pille™ schluckt, dann gilt wohl: je früher desto „Nein“. Falls nicht, wars auch egal. Welchen Entscheidung auch immer ihr trft, überlegt es euch gut und lasst euch Zeit. Außer ihr entscheidet euch für Rot, dann solltet ihr euch schnell entscheiden. Seid ihr im Bilde?
Spoiler Alarm: Auf dem Sterbebett wird man sonst sagen: „Hm, hätt ich nur früher…. *röchel*“
Vielleich war das ja zuletzt gar kein Schleimbeutel™, sondern eine Pille. Und immer wieder die gleichen Gedanken: Wie würde ich mich Heute entscheiden?
Man sagt: Mit großer Macht trage man auch große Verantwortung.
Da nun aber Wissen = Macht ist, Trägt man auch mit viel Wissen große Verantwortung. Die eigenen Fehler zu (er-)kennen ist sehr mächtiges Wissen. Dieser Verantwortung muss man gewachsen sein.
Life´s but a walking shadow, a poor player that struts and frets his hour upon the stage, and then is heard no more.“ – Und am Ende lass ich mir auch den Kopf abschlagen.
Sounds like a plan…
*Das kann jeder für sich selbst entscheiden.

Heut mal nachdenklich

Manchmal, wenn ich kein Buch dabei habe, bin ich trotz der Ohrenwärmer mit Musikfunktionen sehr aufmerksam beim S-Bahn fahren. Ich schaue mir die Leute an die da so mitfahren. Morgens sind das immer die gleichen Gedanken und Assoziationen. Die gehen alle roboten, denke ich mir. Kaum einer der froh oder glücklich aussieht. Eigentlich sehen die sogar ziemlich tot aus. Tote, kaputte lebensunfrohe Menschen. FUCK. Warum muss der Mensch heute einfach nur noch funktionieren um nicht vollkommen abgeschrieben zu werden? Was für ein riesengrosser Haufen Scheisse ist denn bitteschön so eine Gesellschaft? Die meisten Gedanken die sich die eine Hälfte der Leute machen dreht sich schon um die Arbeit, die sie den ganzen Tag erledigen müssen. Wenns toll läuft sogar auf der Heimfahrt gleich wieder. Dann entweder das, was sie den ganzen Tag gemacht haben oder das was am nächsten Tag fällig ist. Die andere Hälfte beschäftigt sich während den Fahrten mit etwas nützlicherem, jedoch ebenso fragwürdigen Thema: “Was kann ich tun um meine Sitzplatzchancen zu maximieren?” Umsteigestation, vorderes oder hinteres Ende des Zuges oder gar mittig und Wartepositionen am Bahnsteig werden dann wohl in Betracht gezogen. Erbärmlich.

„… Ich schaue in Gesichter. Keine Emotionen. Tot? Teilweise. Kein Lachen, Lächeln oder ansatzweise Freude am Leben. Kindlicher Elan scheint völlig fehl am Platz. Ich beobachte. Geschäftsmänner mit Anzug… scheinen sich wohl zu fühlen. Was das Geld nicht alles ausmacht, denke ich mir. Arbeiter, die aussehen als wären sie gestern noch zechen gewesen, als hätten sie mit dem Wochenende schon früher gerechnet. Studenten – jede Menge von denen. Ich bin selbst Student – aber warum scheint bei denen die Karriere über allem zu stehen? Reden über nichts anderes als darüber wie sie möglichst schnell möglichst hoch auf der Karriereleiter steigen können um sich möglichst viel leisten zu können. Nein. Ich BIN nicht wie ihr. Ich schüttle den Kopf und widme mich meist wieder den betäubenden Klängen aus meinem mp3-Player. Nicht laut, aber sie betäuben die Gedanken; das ständig wiederkehrende Gefühl, dass die Gesellschaft eigentlich tot ist. Nächste Haltestelle: Einige Zombies steigen ein, andere aus. Es sind Zombies, Tote, deren Gehirne von falschen Werten und Normen gefressen wurden. Zombies können nichts. Nichtmal mehr sterben. Alles wozu DIE fähig sind, denke ich mir, ist es andere, gesunde Menschen ebenfalls zu Zombies machen… „

Nicht? Manchmal spüren auch Zombies den Drang ihr Dasein zu berechtigen. Dann spenden sie vielleicht an eine der Organisationen, deren Plakate sie an den Bahnsteigen gesehen haben.

Ob ich spende, oder mir mein Gewissen sagt, dass ich das tun sollte? – Manchmal. Dann, nach weiteren Gedanken wird mir wieder klar, dass unsere Gesellschaft voller Zombies ist. Die mache ich dann dafür verantwortlich, dass sowas wie Spenden überhaupt nötig sind. Jaja, jeder kann seinen Beitrag dazu leisten, dass, blabla. Ach hört doch auf. Auf freiwilliger Basis hat sich noch NIE was essentiell oder strukturell verändert.

„…Aber irgendwann hören die nur noch auf zu existieren. Für genug Nachfolge haben sie ja meist schon gesorgt. Heilung? Zombies das Gehirn zurückgeben? Geht das? Manchmal scheine ich Glück zu haben. Ich sehe Menschen die ernsthaft Lachen, nicht aufgesetzt, scheinbar andere Werte verfolgend. Dann keimt wieder etwas Hoffnung auf, vielleicht sind wir noch nicht ganz verloren… ”

Ich weiss ja nicht wie es euch geht – aber ich habe eigentlich keine Lust in so einer Gesellschaft zu leben. Vielleicht ist ja der Ausstieg die einzige zufriedenstellende Alternative.
Vielleicht…

Krank, oder was jetzt?

Wow. Seit Tagen hab ich so nen Schleimbeutel im Hals.
Eklig? Ach i-wo.
Tee oder viel Flüssigkeit sollten helfen, aber Pustekuchen. Zurück zum Anfang. Vor 2 Wochen Montag Abends, es ging mir soweit gut, nachgeschaut, wann meine Klausur sei, ich ging davon aus, den Montag drauf. Wieder falsch – es war dann doch schon der Mittwoch. “Also”, dachte ich mir, “Datenbanken hast soweit drauf, werd erst Morgen panisch.”
Gesagt, getan, dann am nächsten Morgen hatte ich das Halsweh des TODES. Super, Ingo. Trotzdem ne 16h-Schicht eingelegt und ne ordentliche Klausur hingelegt. Es klang am Tag der Klausur bereits wieder ab, also, dachte ich mir, ich wäre soweit aus dem Schlimmsten raus. Doch jetzt, seit etwa 10 Tagen bekomme ich den blöden Rotz nicht aus dem Hals. AAAARGH.
Nein, DAS ist noch nicht eklig. Eklig wird es langsam, wenn man sich vorstellt, man habe das Gefühl, der Magen könne gar nicht soviel fassen, wie man täglich an Schleim verdrückt. Hmmmmm, lecker.
Doch halt: Da ich jetzt die ganze Zeit am schlucken bin, muss ich auch aufstoßen. Und JETZT wirds richtig eklig, denn das muss ich immer selbst verursachen, weil sich sonst alles so aufgebläht, bzw. voll anfühlt. Dabei kommts mir ab und zu – aber selten – sauer hoch. Wie gerne würd ich das einfach rauskotzen, blöderweise bleiben die Schleimhäute trotzdem geschwollen und ausser dass einem der Hals brennt, hat man nichts erreicht. Ha-Ha. Will dich das Schicksal ficken, dann tut es das, aber richtig. Wie sich das eben gehört, nicht offensichtlich, sondern hinterlistig. Der Schleimbeutel ist harmlos, aber der Rattenschwanz, den sowas nach sich zieht, DAS ist das richtig eklige.
Denkt also in Zukunft daran, wenn euch irgendwas sauer aufstößt; Es könnte die Nachwirkung von irgendeiner Kleinigkeit sein, die zwar nervig aber nicht weiter schlimm war, wie bei mir. Am Montag die nächste Klausur. DAS stößt mir auch übel auf.
Bleibts gesund, Mädels.

S-Bahn im Winter

Hey.
Eigentlich fahre ich gerne S-Bahn. Über die Verwendung des Wortes “eigentlich” werde ich zu einem späteren Zeitpunkt noch schreiben.
Aber zum Thema: Warum kann S-Bahn fahren im Winter denn bitteschön der Rede wert sein? Scheisse, zur Zeit ist es einfach rattenkalt! Was macht die Bahn dagegen? Sie heizen die Waggons wie blöd. Komischerweise haben sich Thermostate noch nicht bis zu S-Bahn Betrieben vorgearbeitet. 0°C oder -15°C, es wird genau gleich geheizt, so dass man froh ist endlich wieder aus der Bahn rauszukommen. Jetzt könntet ihr ja sagen, “Hey du Trottel, dann zieh halt die Jacke in der Bahn aus!”
Gerne würde ich das – aber wenn die Bahn alle 2-3 Minuten anhält, werde ich den Teufel tun um mir dann den Penis einfrieren zu lassen, wenn jemand zu- oder aussteigt. Nein. Im Reisezug würde ich mir das gerade noch gefallen lassen. Und in der 1. Klasse ist es auch nur besser, weil sich das Ticket dafür keine Sau kauft. Überlegt doch mal, der 1. Klasse Bereich fasst 17 Sitzplätze bei uns in Stuttgart, je Waggon, in dem 1. Klasse Abteile sind. So, der Clou ist aber, bis auf die Tatsache, dass dieser durch eine Glaswand vom Rest der Bahn abgetrennt ist, ist dort nix, aber auch GAR nichts besser als in der zweiten. Kein Kaffee, kein Strom, keine Aschenbecher oder WLAN. Und tritt der dümmste aller Fälle ein, und man hat 20 Leute mit 1. Klasse Tickets, dann haben die sogar WENIGER Platz als die Leute in der 2. Will man also dann den Komfort (was für einen denn? Sich wie in einem Käfig zu fühlen?), so sollte man die Klasse verlassen für die man extra einen Aufpreis gezahlt hat.
Was für ein Service.
Zurück zum Heizen: Es war zuletzt also so Heiss, dass es wesentlich wärmer in der Bahn war, als an den Tagen, an denen man garnicht heizen musste… Wie kann das bitte gehen? Die Heizung kennt demnach nur 2 Zustände: Machs dem Teufel gemütlich, und: Off. Einzige Erklärung: Der
Pilot muss gefroren haben, und hat die Heizung angemacht.

Hätte er mal besser seine Jacke angelassen.
Gute Fahrt!